Die Fernsehsaga (1995)

Hier geht es um rare Einzelstücke oder auch Mehrteiler der Fernsehproduktion!
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McGoohan75
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Die Fernsehsaga (1995)

Beitrag von McGoohan75 » 19.09.2013, 12:10

Der mittlerweile renommierte Regiesseur Julian Roman Pölsler (Polt-Krimis, Anna und Johann) hat in deutsch-österreichischer Co-Produktion 1995 diesen zweiteiligen Fernsehfilm geschrieben und inszeniert.

In der Rahmenhandlung sieht man den Regisseur im Krankenhaus am Bett seiner sterbenden Grossmutter. Während er sie in den Tod begleitet (zur wunderbaren Musik von Hubert von Goisern, dessen Lied "Heast as nit" das musikalische Leitmotif des Filmes ist), erinnert er sich an die Vergangenheit.
Natürlich ist das stark autobiografisch und spielt in der Steiermark, aber man meint viele der Figuren persönlich zu kennen.
Der Film beginnt mit Pölslers Geburt anno '58. Seine Oma hält ihn hoch, um ihm das Kreuz zu zeigen. "Das ist unser Herrgott!" aber da Pölsler so klein war, sah er nur das, was auf einem Wandbord gross darunter hing: ein Fernsehapparat!
Pölsler erzählt nun viel vom damaligen Leben. Man sieht viele tolle zeitgenössische Mode, Möbel, Autos und menschliche Verhaltensweisen. Und immer wieder Fernsehen und Kino: Wallace, Karl May, Strassenfeger, Aktenzeichen XY, Heinz Conrads, Was bin ich?, Sportereignisse, Kinderprogramme, die ersten ausgestrahlten Dokus zu den Konzentrationslagern.
Da wird der Film dann auch ernst und zeigt deutlich das Dilemma der Kriegsgeneration.
Die Geschichte endet 1969 mit der Mondlandung, ehe man zurück zur Oma ans Sterbebett kommt.
Viel Lachen, Nachdenken, Nostalgie, ein Blick hinter ländliche Scheinidyllen und viel Fernsehgeschichte(n).
Neben der wunderbaren Julia Gschnitzer sieht man Herbert Fux, Jan Byziczki, Kurt Weinzierl, Otto Anton Eder, Julia Stemberger, Franz Buchrieser, uva. Herausragend Johannes Silberschneider als traumatisierter Kriegsheimkehrer und Leo Askin als Holocaust-Überlebender.

Ich wäre sehr angetan von einer Veröffentlichung-der Film ist trotz seiner stark österreichischen Prägung auch für deutsches Publikum zugänglich.

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