Herrenpartie

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McGoohan75
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Herrenpartie

Beitrag von McGoohan75 » 03.09.2013, 23:04

Der renommierte Regisseur Wolfgang Staudte, der nach dem Krieg bedeutsame Werke wie "Die Mörder sind unter uns", "Der Untertan" oder "Rosen für den Staatsanwalt" inszenierte, hat sich auch 1964 in "Herrenpartie" mit der deutschen Vergangenheit auseinandergesetzt.
Die Art, wie er es machte, stieß damals auf große Ablehnung bei Kritik und Publikum und bis heute wissen viele nicht, wie man den Film einordnen soll. Er ist beinahe eine bitterböse Farce-und verfehlt seine Wirkung nicht.

Eine Gruppe älterer deutscher Herren fahren durch Jugoslawien und haben eine Panne. Sie geraten in ein Dorf, in dem zur NS-Besatzungszeit sämtliche Männer unschuldig hingerichtet wurden. Dort gibt es eine Gruppe rachsüchtiger Frauen, die unbedingt den Tod der Deutschen wollen. Daraufhin beginnt eine eigentümliche Auseinandersetzung der Beteiligten mit ihrer Vergangenheit...

Formell funktioniert der Film wie ein "Road Movie". Er ist ebenso komisch wie tragisch, tiefsinnig und banal. Aber gerade aus dieser Widersprüchlichkeit entsteht die ganz eigene Stimmung des Filmes.
Regie und Buch sind sehr gut, die Besetzung ist erstklassig und man wird auf unterhaltsame Art in sehr düstere Abgründe geschickt...

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